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1853 Graf Henrich zu Stolberg - Wernigerode gibt Hüttenmeister Roth Auftrag zur „Begründung einer Coaks- Hochofen Anlage in Westfalen" und Errichtung der neuen Industrieanlage.
Erwerb eines Teils des Hüttengrundstückes aus dem Bestand des Rittergutes Haus Bruch, Kauf des Restgutes am 31. Okt. 1854.
1854 Konzessionsgesuch zum Betrieb von acht Hochöfen beim Königlich Preußisch-Märkischen Bergamt in Bochum. Gleichzeitig Sicherung einer ausreichenden Kohlenbasis durch Zechenerwerb. Grundsteinlegung zu den Hochofenfundamenten. Urkundliche Festlegung des Namens „Henrichshütte" zu Ehren des inzwischen verstorbenen Gründers Graf Henrich zu Stolberg - Wernigerode. Am 13. Okt. erfolgt die Erteilung der Konzession durch den zuständigen preußischen Minister.
1855 Anblasen des 1. Hochofens. Die Zahl der Beschäftigten betrug 1 Schichtmeister, 3 Steiger und 326 Arbeiter.
1857 Die Henrichshütte wird aus Kapitalmangel für zwei Millionen Taler an David Hansemann verkauft. Er ist Inhaber der Discontogesellschaft Berlin, die aufstrebender Industrie finanziert .
1870 Anschluß der Henrichshütte bei Herbede an die Ruhrtalbahn.
1871 Errichtung des Stahlwerks; Jahresproduktion 30800 Tonnen nach dem Bessemer Verfahren.
1872 Produktionsanlagen: 4 Hochöfen, 4 Rostöfen, Puddel- und Walzwerk mit 33 Puddel- und 17 Schweißöfen, ferner 11 Dampfhämmer, 8 Walzenstraßen für Schienen, Walz- und Handelseisen, eine Gießerei mit 3 Kupol - und 2 Flammöfen und eine Maschinenfabrik. 1553 Belegschaftsmitglieder Gründung der Aktiengesellschaft „Union für Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie" in Dortmund mit einem Kapital von 15 Millionen Mark und Übernahme der Henrichshütte Hattingen- Welper, des Aktienverein Neuschottland in Horst mit der Haßlinghauser Hütte, der Dortmunder Hütte, der Baroper Zeche .Glückauf-Tiefbau".
1876 Inbetriebnahme eines Blechwalzwerks.
I879 sind zwei neue Hochöfen betriebsfertig, davon einer in Reserve; insgesamt sind nun sechs Hochöfen in Betrieb
1882 Inbetriebnahme eines Trio-Blechwalzwerks.
1884 Fertigstellung einer neuen Koksbatterie mit 44 Öfen.
1889 Einrichtung zur Herstellung von Kesselblechen. Eine zweite Winkelstraße wird vollendet und eine neue Blechschmiede erbaut.
1894 Inbetriebnahme eines Röhrenwerks zur Herstellung geschweißter Rohre.
1899 Jahreserzeugung 7000 Tonnen Bleche aller Art und U- Eisen, 2500 Tonnen Winkeleisen, 7000 Tonnen stumpfgeschweißte Gasrohre, 5000 Tonnen überlappt geschweißte Rohre, 5000 Tonnen Eisenguß, 2000 Tonnen SM-Tumperstahl, 2500 Tonnen Schmiedestücke, Maschinen und Maschinenteile, 3600 Tonnen verzinkte Waren, Fässer mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 850000 Tonnen.
1904 Die Henrichshütte geht für 7,4 Millionen Mark in den Besitz der Firma Henschel & Sohn, Kassel über. Die Henrichshütte heißt nun : Henschel & Sohn „ Abteilung Henrichshütte" und hat 1300 Belegschaftsmitglieder
1905 Inbetriebnahme des SM-Stahlwerks
1906 Ausbau des Walzwerks. Anlaufen des neuen Preß- und Hammerwerks (2 Pressen und 10 Dampfhämmer mit Nebenanlager, wie Wärmeöfen. Dampfkessel und Krane; Die mechanische Werkstatt kann schwerste Guß- und Schmiedestücke einschließlich Lok-Radsätze bearbeiten. 19103500 Belegschaftsmitglieder.
1919 Allgemeine Einführung der achtstündigen Arbeitszeit.
1919-20 Auf Befehl der Kontroll- Kommission müssen zahlreiche Spezialmaschinen vernichtet werden.
1920 Tiefster Stand der Stahlerzeugung.
1923 Alliierte Besatzung in Hattingen, passiver Widerstand im Ruhrgebiet vom 15. März bis 1. Dez. 1923 liegt die Hütte still
1925 Die Franzosen räumen Hattingen. Die Arbeit in der Hütte wird wieder aufgenommen.
1926 Gründung der Lehrwerkstatt
1928 Beginn einer mehrjährigen wirtschaftlichen Rezession. Die Rohstahlerzeugung nimmt um ein Drittel ab. Streik infolge Wiedereinführung der zehnstündigen Arbeitszeit. Henschel muß sich von der Henrichshütte trennen, trotz daß er von 1904 bis 1924 71,5 Millionen Mark in die Hütte investiert hatte - Weltwirtschaftskrise
1930 Gründung der Ruhrstahl AG, Witten, als Organgesellschaft der Vereinigte Stahlwerke AG mit den Werken Henrichshütte, Gußstahlwerk Witten, Gelsenkirchener Gußstahlwerk, Stahlwerk Krieger, Annener Gußstahlwerk und Preßwerke Brackwede.
1933 1492 Belegschaftsmitglieder, niedrigster Stand seit 1905.
1934 Wiederansteigen der Produktion. Neubau der Werkstätten 4, 5 und 6 sowie der Stahlgießerei 2
1936 Bau der 3000- t- Presse. Der Vierjahresplan tritt in Kraft.
1939 6868 Belegschaftsmitglieder.
1943 Bau der 6000-t- Presse , mehrere Luftangriffe
1944 9000 Belegschaftsmitglieder. Zunehmende Primär und Sekundärbombardierungen der Hütte. Bombenschäden zwischen den Vergütungshallen und dem Kraftwerk
1945 Erste Betriebsgenehmigung „Zum Zwecke der Instandsetzung von Lokomotiven und Eisenbahnausrüstungen sowie zur Lieferung von Fertigwaren aus vorhandenen Beständen''. Wiedereröffnung der Hütte „Zum Zwecke der Reparatur von Lokomotiven und Eisenbahnausrüstungen und der Herstellung und Lieferung von Eisenbahnmaterial. Radsätzen, Reifen, Gußstücken, Böden etc. und geschmiedeten, gekümpelten und gegossenen Teilen für Bergbau und allgemeinen Maschinenbau". Die Militärregierung verlangt die Stillegung der gesamten Hütte zum 01. Nov. 1945. Nach Verhandlungen gibt es eine beschränkte Betriebsgenehmigung - die Erzeugung von Stahlgußstücken wird erlaubt, allerdings Mitte Dezember wieder verboten.
1946 In diesem Jahr gelingt es bereits, 3000 Belegschaftsmitgliedern wieder Beschäftigung zu geben.
1950 5874 Belegschaftsmitglieder. Entflechtung der Ruhrstahl AG: Gußstahlwerk Witten, Gelsenkirchener Gußstahlwerke und Stahlwerk Krieger werden auf Anordnung der Militärbehörden ausgegliedert. Die Vereinigte Stahlwerke AG, Düsseldorf, tritt in Liquidation
1951 Neugründung der Ruhrstahl AG mit den Werken Henrichshütte, Annener Gußstahlwerk und Preßwerke Brackwede.
1954 Ausbau des Preß- und Hammerwerks und Modernisierung der Bearbeitungswerkstätten.
1954 100 jähriges Bestehen der Henrichshütte.
1956 Nach Erwerb von 96 % des Aktienkapitals wird Ruhrstahl AG Tochtergesellschaft der Rheinischen Stahlwerke. Inbetriebnahme des Ofens 8 im Stahlwerk und eines 4,2-m- Grobblechwalzwerks.
1958 100-t-Elektroofen in Betrieb. Erzeugung von Vakuumstahl nach dem Ruhrstahl-Heraeus- Umlauf- Entgasungsverfahren. Stand 9700 Belegschaftsmitglieder
1959 Stillegung der Kokerei. Ende der Verlegung der Ruhr in eine um 630 m kürzere Flußgerade: 480000 qm neues Werksgelände.
1959 Ausbau der Weiterverarbeitung.
1961 Roheisenkapazität 63800 Tonnen pro Monat. Errichtung einer neuen Versuchsanstalt. Fertigstellung der Band- Sinteranlage. Kapazität 40000 t/M, 1966 70000 t/M und einer Erzbrech- und Klassieranlage und Erzlager in Betrieb (335000 Tonnen Erz-Lagermöglichkeit).
1962 Fertigstellung einer neuen Werksverwaltung mit Belegschaftstrakt.
1963 Gründung der Rheinstahl Hüttenwerke AG mit den Werken Ruhrstahl Henrichshütte, Hattingen-Ruhr, Schalker Verein, Gelsenkirchen, Friedrich-Wilhelms-Hütte, Mülheim und Meiderich, Ruhrstahl Annen, Witten-Annen, Ruhrstahl Preßwerke Brackwede, Brackwede und Tochtergesellschaften Gußstahlwerk Oberkassel AG, Düsseldorf, Ruhrstahl Apparatebau GmbH, Hattingen-Ruhr, Ruhrpumpen GmbH, Witten-Annen, Hille-Werkzeugmaschinen GmbH, Witten-Annen.
1965 Inbetriebnahme des neuen Kümpel- und Preßwerks.
1967 Neues 2,8-m-Quarto-Grob- und Mittelblech-Walzwerk. Neue Stranggießanlage mit zwei Brammen-Stranggießmaschinen (Kreisbogenprinzip).
1968 Neuzustellung des Hochofens 3 - Stillsetzung des Hochofens 2, Inbetriebnahme der ESU- Anlage für Schmiedeblöcke bis 10 Tonnen Gewicht und maximal 1000 mm Durchmesser.
1970 Inkrafttreten einer neuen markt- und produktorientierten Unternehmensstruktur bei Rheinstahl. Rheinstahl Hüttenwerke AG, 100%ige Tochter der Rheinstahl AG, bleibt rechtlich selbständig. Inbetriebnahme des neuen LD-Stahlwerks mit 150- Tonnen- Konverter.
1971 Neuzustellung des Hochofens 2. Fertigstellung des neuen Ringwalzwerks für Ringe bis 6 m Durchmesser.
1972 Ausbau der Edelstahl- Blechfertigung. 7914 Belegschaftsmitglieder.
1973 LD-Stahlwerk wird um ein Wechselgefäß ergänzt. 8513 Belegschaftsmitglieder.
1974 Verpachtung der Werksanlagen der Rheinstahl Hüttenwerke GmbH Hattingen im Rahmen der Kooperation zwischen Rheinstahl und Thyssen an die August Thyssen-Hütte AG. Inbetriebnahme der neuen ESU- Anlage für Schmiedeblöcke bis maximal 60 Tonnen Gewicht.
1976 Neue Vakuumanlage mit einer Kapazität von 70000 t/M. Inbetriebnahme des neuen umweltfreundlichen Elektrostahlwerks mit 2 Elektroofen, 40 Tonnen bzw 150 Tonnen Fassungsvermögen. 8440 Belegschaftsmitglieder
1978 Umbau der großen Schmiedepresse Erhöhung der Preßkraft von 60 MN auf 80 MN. Bau des neuen Schweißbetriebes neben dem Kümpelwerk.
1980 Abguß des ersten 350-t- Rohblocks, Bau der Stahlentschwefelungsanlage nach dem TN-Verfahren.
1982 Übernahme der Betriebsführung des Gußstahlwerks Gelsenkirchen.
1983 Inbetriebnahme der VAD-Anlage zur Herstellung kleiner Chargengewichte.
1984 Stillegung der 2,8 m Quarto- Grob- und - Mittelblechstraße sowie der Sinteranlage zur Straffung des Programms im Thyssen-Verbund. Investitionen zur Modernisierung und Neuanschaffung von CNC- gesteuerten Bearbeitungsmaschinen, Erneuerung von Schmiedeöfen, Wärmebehandlungsöfen, 350-t- Kran, Kranverstärkungen bis 600-t- Tragkraft. Abguß des ersten 435-t- Blocks. Schmiedung einer 200 t schweren Generatorwelle.
1985 sind nur noch 5563 Belegschaftsmitglieder beschäftigt. .
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