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OT-Bunker

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Fast alle Luftschutz - Hochbunker in den Städten sind architektonisch als Sonderbauten einzuordnen. Es gab zwar verschiedene Einheits-Bauvorschläge aus dem Reichsluftfahrtministerium (RLM), die aber von den beauftragten Architekten vor Ort in vielen Fällen nicht eingehalten wurden. Dennoch wurden fast alle Bunker zumindest in Anlehnung an diese Vorschläge konstruiert, wogegen die Bunkerpläne der Organisation Todt nur sehr selten zur Ausführung kamen. Die OT - Konstruktionsabteilungen entwarfen dennoch verschiedene Norm - Bunker, bei denen der Schwerpunkt auf der Materialeinsparung bei gleichzeitig höherer Sicherheit liegen sollte. Mit diesen Norm-Bunkern wollte die OT auch den Bereich der RLB - Luftschutz-Bauberatung übernehmen, was aber daran scheiterte, daß sich in den Reihen der OT zu wenige Fachleute aus dem Bereich Luftschutz befanden. Die Organisation Todt war zu sehr spezialisiert auf die Bereiche Bauleitung und Bau- Organisation , bzw. Baumanagement 

OT-Bunkervorgabe
Bild: Norm - Bunker der Organisation Todt

Diese Konstruktion ist luftschutztechnisch eine Fehlkonstruktion und aus wirtschaftlicher Sicht keine günstigere Bauweise. Die markantesten bautechnischen Fehler sind:

  • Die Eckzugänge sind quasi eine Sollbruchstelle, da hier bei einem Einschlag die Wandstärke geschwächt ist
  • Keine vertikalen statischen Scheiben bis zur bombensicheren Decke, was bedeutet, daß bei einem Aufschlag die gesamte Decke durch Schwingungen von den Wänden abreißen kann
  • Eine verstärkte, bombensichere Decke alleine erhöht nicht die Sicherheit, da die Wandstärken zum größten Teil den Grad der Sicherheit bestimmen
  • Herausgezogene Fundamente oder Platten sind mehr oder weniger nutzlos
  • Eine frei durchgängige Treppe stellt sowohl brandschutztechnisch eine Gefahr dar, wie auch luftschutztechnisch bei einer Beschädigung der Außenhülle

Wirtschaftlich betrachtet:

  • Wegen der herausgezogenen Fundamentplatten größerer Flächenbedarf, mithin höhere Grundstückskosten
  • Die außenliegenden Fundamentplatten, auch manchmal fälschlicherweise Zerschellplatten genannt, ergäben einen größeren und somit teuren Baugrubenaushub bei gleichzeitig höherem Zeitbedarf
  • Gößerer Betonbedarf als bei innenliegenden Fundamenten und Fundamentplatten
  • Höherer Schalungsaufwand im Bereich der Eckeingänge

 

Eine weitere OT Konstruktion ist der Luftschutz - Rundbau. Dieser sollte anfänglich bombensicher gestaltet werden, was aber wegen dem hohem Materialaufwand im Verhältnis zu den zu schützenden Personen nicht kostengünstig möglich war. Deswegen wurde die Grundkonstruktion nach den Deckungsgrabenbestimmungen abgeändert. Deswegen sind diese “Bunker” mit bis zu 60 cm Wandstärke als Deckungsgraben einzustufen

OT-Rundbau

 

Die OT - Normen im Bereich Splitterschutzanlagen wurden im Gegensatz zu dem Versuch Bunkernormen durchzusetzen frühzeitig angewandt. Das Durchgangsmaß 60 cm z.B. ist bei allen gängigen Splitterschutzzellen mit vorgesetzter Splitterschutzwand anzutreffen, ebenso wie die Zugangsbreite

Splitterschutzzelle-OT